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Bilanz und Gewinnerfilme des 20. Fünf Seen Filmfestivals

Das 20. Fünf Seen Filmfestival war ein großer Erfolg: Knapp 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen zu der Jubiläumsausgabe in Starnberg, Gauting, Seefeld und Weßling sowie den Open-Air-Veranstaltungen in Starnberg. Am gestrigen Sonntagabend ging das Festival mit der Abschlussfeier und Preisverleihung in der Schlossberghalle Starnberg zu Ende. Der Film LONDON des österreichischen Regisseurs Sebastian Brameshuber wurde mit dem Fünf Seen Filmpreis ausgezeichnet. Jonas Spriestersbach erhielt den Dokumentarfilmpreis für MEANWHILE IN NAMIBIA. 17 von Kosara Mitic wurde mit dem Perspektive Spielfilmpreis ausgezeichnet. Regisseurin Sophie Heldman und Produzentin Bettina Brokemper nahmen den Publikumspreis für ihren Film EINE SCHULE FÜR JANE CUMMING entgegen. Weitere Informationen zu den Gewinnerfilmen finden Sie unten.

Festivalleiter Matthias Helwig blickte auf die vergangenen elf Festivaltage zurück: "Wir wollten eine besondere Jubiläumsausgabe schaffen und das ist uns gelungen. Über hundert Filmschaffende waren zu Gast, die Stimmung war herausragend und wir konnten den Zuschauerinnen und Zuschauern exzellente Filme und Filmgespräche bieten. Viele Werke fernab des Mainstreams fanden ein großes Publikum, das begeistert mich. Die Reihen "Start Small. Change Everything", "Fragile Spaces" und die Filme des Gastlands Japan kamen ausgesprochen gut an. Diese besonderen Sektionen sind neben den Filmen aus den DACH-Staaten zu einem Aushängeschild des Festivals geworden. Besonders gefreut hat mich, dass am letzten Wochenende die Jurys und Filmschaffenden nahezu aller Wettbewerbsfilme bei uns waren und drei der vier Gewinner die Hauptpreise persönlich entgegennehmen konnten. So war die Preisverleihung ein wunderbarer, würdiger Abschluss dieser Jubiläumsausgabe. Es macht mich glücklich, wie sich das Fünf Seen Filmfestival in den letzten zwei Jahrzehnten entwickelt hat."

Das sind die Gewinnerfilme:

Fünf Seen Filmpreis: LONDON von Sebastian Brameshuber
In LONDON fährt Bobby zwischen Wien und Salzburg hin und her, nimmt unterwegs Fremde mit und führt Gespräche, die vom Alltäglichen bis ins zutiefst Persönliche reichen, von netten Plaudereien bis zu existenziellen Betrachtungen. Bald zeigt sich, dass Menschen vielschichtiger sind, sobald sie sich jemandem öffnen, den sie wohl nie wiedersehen werden. (Österreich 2026)

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Aus der Jurybegründung: "<Wie sich im Alltäglichen, im scheinbar Zufälligen und Flüchtigen das ganz Besondere seine Bahn brechen kann und das Einmalige (fast ja schon: das Existentielle) entsteht, das meistert dieser Film mit präziser Regie. Die Geschichte lenkt uns dabei immer tiefer ins Erkennen, öffnet Wege abseits der Strecke, vom Tag in die Nacht, in eine Vergangenheit, die eigentlich eine Gegenwart ist, und in eine Zukunft, die auch ein wenig Angst machen kann. Es ist diese selten zu sehende Ökonomie in der erzählerischen Struktur, diese Bild- und Bildersprache ohne loses Beiwerk, und natürlich das großartige Ensemble vor der Kamera, dem man auf ihren Reisen zu sich selbst gern zuschaut und zuhört. All das macht den Film für uns zu einem Kinoerlebnis und zu einer dem Leben zugewandten Erfahrung, die uns bewegt."

In der Jury saßen Margarethe von Trotta (Regisseurin), Bettina Brokemper (Produzentin), Monika Buttinger (Kostümbildnerin und Ehrengast), Florian Weghorn (Chief of Staff Berlinale) und Michael Kofler (Regisseur). In der Wettbewerbsreihe um den Fünf Seen Filmpreis liefen sieben aktuelle Langfilme aus Mitteleuropa, die noch nicht im Kino ausgewertet wurden. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird vom Landratsamt Starnberg gestiftet. Überreicht wurde der Preis von Landrat Stefan Frey.

Dokumentarfilmpreis: MEANWHILE IN NAMIBIA von Jonas Spriestersbach
Statt Reparationen zu zahlen oder Landenteignungen aufzuarbeiten, fördert Deutschland in Namibia Entwicklungshilfeprojekte wie die Lebenden Museen. Herero und andere Volksgruppen sollen Touristinnen und Touristen ihre vorkoloniale Lebensweise präsentieren. Nicht nur durch diese an Völkerschauen erinnernde Praxis werden strukturelle Ungleichheit und Rassismus in Namibia offensichtlich. (Deutschland 2026)

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Aus der Jurybegründung: "In Begegnungen mit Menschen vor Ort, mit Tourist*innen und im Umfeld deutscher Entwicklungshilfe zeigt uns der Film ein verstörendes Bild von neokolonialen Machtverhältnissen und rassistischer Stereotype. Regisseur Jonas Spriestersbach macht all das sichtbar, indem er genau und auch lange genug hinsieht. Seine Kamera muss nicht erklären oder anklagen. Der Blick selbst wird zur Haltung. Regie, Kamera, Montage und Produktion liegen in Spriestersbachs eigener Hand, so erzeugt er eine konzentrierte Autorenschaft, die dem Film seine außergewöhnliche Geschlossenheit gibt."

In der Jury saßen Daniel Abma (Regisseur), Doris Metz (Regisseurin, Autorin und Journalistin) und Maya Reichert (Regisseurin und stellvertretende Leiterin des DOK.fest München). Der Dokumentarfilmpreis ist mit 4.000 Euro dotiert und wird von der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg bereitgestellt. Überreicht wurde der Preis von Rupert Berghofer von der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg.

Perspektive Spielfilmpreis: 17 von Kosara Mitic

Für die 17-jährige Sara kulminiert alles auf einer Klassenfahrt. Sie verbirgt ein Geheimnis, fühlt sich verloren, muss eine Entscheidung treffen, wird Zeugin der sexuellen Nötigung ihrer Freundin Lina und ist gleichzeitig verzweifelt auf der Suche nach der Lösung ihres Problems. Die Klasse nähert sich der Grenze. (Nordmazedonien, Serbien, Slowenien 2026)

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Aus der Jurybegründung: "Von der ersten Minute an hat uns dieses starke Debüt mit aller Wucht gepackt und nicht mehr losgelassen. Mit einer sehr sensiblen Schauspielführung und einer eindringlichen Bildsprache tauchen wir in das Erleben der Hauptdarstellerin ein und empfinden mit ihr auf allen Ebenen die Gewalt und die Ungerechtigkeit, die ihr widerfährt, ihre Scham, ihre Wut und endlich auch ihren Wunsch nach Selbstbestimmtheit in ihrem Trauma. Der Film öffnet knallhart und schonungslos den Diskurs über sexuelle Gewalt an Frauen und toxische Gruppendynamiken."

In der Jury saßen Antonia Bill (Schauspielerin), Kilian Armando Friedrich (Regisseur), Florian Höhr (Filmwissenschaftler, Programmdirektor des Nippon Connection Filmfestivals in Frankfurt am Main) und Alissa Jung (Drehbuchautorin, Regisseurin und Schauspielerin). Um den Perspektive Spielfilmpreis konkurrieren Filme von Regisseurinnen und Regisseuren, die den ersten oder zweiten abendfüllenden Spielfilm präsentieren. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird von Barbara Rosenthal (BAROSE-Stiftung) gestiftet und überreicht.

BR Publikumspreis: EINE SCHULE FÜR JANE CUMMING von Sophie Heldman

Die Lehrerinnen Jane Pirie und Marianne Woods eröffnen im Edinburgh des Jahres 1810 ein Internat. Eine wohlhabende Aristokratin schult ihr uneheliches 15-jähriges Enkelkind aus Indien ein. Die Lehrerinnen bemühen sich, das indische Mädchen in die aristokratische Welt zu integrieren. Die drei kommen sich in einem Sommer am Meer näher, und es entsteht eine ungewöhnliche Familie. Mit Beginn des neuen Schuljahres aber nehmen die Spannungen zu, und eine Anschuldigung kommt auf, die die beiden Lehrerinnen in einen existenziellen Kampf zwingt. (Deutschland, Schweiz, Großbritannien 2026)

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Der BR Publikumspreis geht an einen aktuellen Langfilm der Reihen "Best of Festivals" und "DACH-Panorama", der noch nicht im Kino ausgewertet worden ist. Übergeben wurde der BR Publikumspreis von Carlos Gerstenhauer (Bayerischer Rundfunk, Leitung Redaktion Kino & Debüt, kinokino).

Bereits zuvor wurden folgende Preise verliehen:

Hannelore-Elsner-Preis an Schauspielerin Luna Wedler
Kurzfilmpreis "Goldenes Glühwürmchen": 1:10 von Sinan Taner
Lobende Erwähnung: ES GEHT IMMER NUR UM ARTERHALTUNG von Eva Gemmer
Short Plus Award: ENGINE OF LOVE von Mira-Belle Rose Bryld
Video-Art-Preis: MY ENDLESS ECLIPSE von Bijan Aarabi

Rund 300 Gäste waren zu der Abschlussfeier und Preisverleihung gekommen. Sie sahen im Anschluss an die Preisverleihung den Publikumspreis-Gewinnerfilm EINE SCHULE FÜR JANE CUMMING. Mit hauchdünnem Abstand landete LIEBLINGSMENSCHEN - DIE AUSSERGEWÖHNLICHE FREUNDSCHAFT VON AGNES UND AMIR auf dem zweiten Platz. Moderiert wurde die Preisverleihung von Festivalleiter Matthias Helwig, musikalisch umrahmt wurde sie von Kiko Pedrozo und Guiller Romero.

Auf dem Foto v.l.: Festivalleiter Matthias Helwig, Sophie Heldman (Gewinnerin BR Publikumspreis, EINE SCHULE FÜR JANE CUMMING), Sebastian Brameshuber (Gewinner Fünf Seen Filmpreis, LONDON), Jonas Spriestersbach (Gewinner Dokumentarfilmpreis, MEANWHILE IN NAMIBIA)

Foto: Jörg Reuther
Weitere Informationen zum 20. Fünf Seen Filmfestival finden Sie auf unserer Website. Vielen Dank für Ihr Interesse!

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Matthias Helwig
Fünf Seen Filmfestival GmbH
Geschäftsführer: Matthias Helwig
Bahnhofplatz 2
82131 Gauting

Telefon:
+49-89-89501005
Email: office@fsff.de
Handelsregister B München, HRB 216217
Kino Breitwand Gauting
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Kino Breitwand Starnberg
Wittelsbacherstraße 10
82319 Starnberg
Tel.: +49-8151-971800

Kino Breitwand Seefeld
Schlosshof 7
82229 Seefeld
Tel.: +49-8152-981898