Architektur ist der Ausdruck unseres Lebens und Architektur ist die Spiegelung der Gesellschaft. Architektur lädt wie der Film zum Anschauen ein und entfaltet gleichzeitig hinter der Fassade ein ungemein reiches Leben an Technik, Details, Querverweisen oder auch nur Assoziationen und Emotionen. Deswegen sind Filme über Architektur oder Architekten seit Jahren fester Bestandteil des Fünf Seen Filmfestival.
In der vorliegenden Festivalausgabe 2026 haben wir in Zusammenarbeit mit Dr. Alexander Gutzmer und Ina Laux vom Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA die Reihe, die wir mit dem Motto CONFLICT & COMMUNITY 2025 begonnen haben, ausgeweitet – auf dieses Mal sieben Filme.
FRAGILE SPACES ist der Titel für das Jahr 2026. Der Ansatz: Unsere Gesellschaft diffundiert auseinander – und unsere Städte tun dies auch. Hier setzt die aktuelle Reihe der Architekturfilme an. Ein Schwerpunkt ist dabei die Auseinandersetzung mit Raum in den Filmen von Christian Petzold. Weitere: die Konstruktion des Grande Arche in Paris (THE GREAT ARCH) oder eines neuen Kinos in Paris. Um das urbane Leben in Neapel mit all seinen auch baulichen Herausforderungen geht es in POMPEJI. UNTER DEN WOLKEN, mit einem Hotel in Addis Abeba befasst sich WAX & GOLD. Den Abschluss bildet der Klassiker HEAT über eine Metropole in all ihrer Fragilität – Los Angeles.
Zusammengenommen erzählen diese Filme keine Geschichte des urbanen Verfalls, sondern eine der permanenten Aushandlung: Räume sind nicht deshalb fragil, weil sie zusammenbrechen, sondern weil sie permanent kriseln. Ihre Bedeutung steht nie endgültig fest, denn sie werden an jedem Tag rekodiert. Architektur, so das Argument unseres Programms, ist immer auch die Verhandlung darüber, wer einen Ort bewohnen, erzählen und beanspruchen darf. Diese Verhandlung ist nie ganz abgeschlossen – weder in Starnberg noch in South Central Los Angeles.
Räumliche Bruchstellen (Ein Essay von Mitkurator Alexander Gutzmer)