Die Archäologin Veska arbeitet in bulgarisch-griechisch-türkischen Grenzregion. Sie trifft eines Tages Saïd wieder, der ihr bei den Ausgrabungen hilft. Veskas alter Bekannter hofft darauf, an der Grenze zwischen der Türkei und Bulgarien ein gutes Geschäft mit Benzinschmuggel zu machen. Noch bevor der Deal beendet ist, verschwindet Saïd unter ungeklärten Umständen. Kurzentschlossen übernehmen Veska und ihre Freundinnen das zurückgelassene Benzin. Die Frauen durchkreuzen damit die Interessen konkurrierender Mafia-Paten. Veska selbst wird mit verdrängten Erinnerungen sowie ihrem eigenen Verlangen konfrontiert.
Sie erzählt langsam und verschlüsselt von Veska, die hier in der Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei auf ihre Jugendliebe Said trifft. Der ist zurückgekehrt, um eine alte Rechnung zu begleichen. Als sein Auto gestohlen wird, hilft sie ihm, doch irgendwann ist er spurlos verschwunden. Die Suche nach ihm führt sie auf gefährliches Terrain, wo sie nicht nur mit ihrer eigenen Vergangenheit, sondern auch mit ihrem Begehren konfrontiert wird. Hier scheint die Zeit in der Vorwendezeit stehen geblieben zu sein. Toxische Männlichkeit, Frauenfeindlichkeit und Kriminalität sind allgegenwärtig. Diese Männer ziehen auch heute noch die Fäden. Auch wenn sie es heute verdeckter und zivilisierter tun, ändert das nichts an ihrer Gefährlichkeit. Auf ihrer Suche trifft Veska viele starke Frauen, die inzwischen den Mut haben, den Männern Widerstand entgegenzubringen und ihre Rechte einzufordern.
Grisebach führt uns tief in eine patriarchalische Welt, die an der Oberfläche kaum zu erkennen, in ihren Wurzeln aber noch völlig intakt ist. Sie zeichnet ein Gesellschaftsporträt, das Begegnungen mit Menschen ihrer Generation, die 1989 den Umbruch in Bulgarien erlebt haben, zum Ausgangspunkt nimmt: „Sie haben mir gezeigt, wie sehr uns die Wende in Europa verbindet, zugleich aber auch trennt, durch die unterschiedlichen Erfahrungen in den Jahren danach.“